Zur Jahrestagung VHB

Nachhaltiges Wirtschaften allein genügt nicht
Kommentar zur Jahrestagung der BWL-Professoren

Unter dem Titel „BWL-Professoren entdecken die Nachhaltigkeit“ berichtet das Handelsblatt über die diesjährige Jahrestagung des Verbandes der Hochschullehrer für BWL (VHB) und deren Beschäftigung mit Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens und den Schwierigkeiten, Nachhaltigkeit korrekt zu bewerten.

In der Tat macht diese Tagung gleich mehrere Fakten unübersehbar:

  • Am Thema Nachhaltigkeit führt trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten für Unternehmen kein Weg mehr vorbei.
  • Klassische Bewertungskriterien für einen Unternehmenserfolg genügen nicht mehr, um den zukünftigen Erfolg abzusichern.
  • Nachhaltiges wirtschaftliches Handeln, dessen Dokumentation sowie die Vermittlung an Öffentlichkeit, Investoren und Mitarbeiter sind nur dann von Erfolg gekrönt, wenn Betriebswirte und Nachhaltigkeitsmanager eng zusammen arbeiten.

Insofern belegt die Jahrestagung der BWL-Professoren, was wir bereits seit Jahren unseren Kunden und Interessenten empfehlen: Wer in Zukunft Erfolg haben will, muss heute beginnen, sich fundiert mit dem Thema Nachhaltigkeit zu befassen.

 

Doch bereits jetzt ist es offensichtlich, dass die Ausrichtung des Unternehmens auf nachhaltiges Wirtschaften allein nicht mehr ausreicht. Zusätzlich müssen die Unternehmen ihre Aktivitäten in angemessener Form kommunizieren. Denn unsere Erfahrung zeigt, dass die Anleger sich bei einer Investitionsentscheidung keineswegs mehr allein am kurzfristigen, wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens orientieren. Dies mag für eine gewisse Anlegergruppe noch stimmen. Wir wissen jedoch aus unserer täglichen Arbeit, dass immer mehr Investmentfonds ganz gezielt nach nachhaltigen Investments suchen. Damit geben sie dem Druck einer schnell breiter werdenden Anlegergruppe nach.

Insofern ist der Kapitalmarkt heute schon weiter, als es vielen, offenbar auch vielen BWL-Professoren, bewusst ist. Inwieweit dabei wirklich nach neuen Prämissen in der Unternehmensbewertung gesucht werden muss und ob, wie in dem Artikel behauptet, die „zentrale Prämisse der BWL ins Wanken (gerät) – dass Unternehmen ausschließlich das Ziel verfolgen, möglichst viel Geld zu verdienen“, ist unseres Erachtens fraglich. Möglicherweise verändert sich nur der Betrachtungszeitraum. War früher jedes Quartalsergebnis entscheidend, rückt mehr und mehr die Langfristigkeit in den Fokus – oder besser gesagt: sie rückt wieder in den Fokus. Und die Aktie wird wieder eine strategische und langfristig ausgerichtete Unternehmensbeteiligung, ist nicht länger ein kurzfristiges Spekulationsobjekt.