Nachhaltigstes Unternehmen der Welt verfünffacht seinen Aktienkurs

In vielen Chefetagen geht die Sorge um: „Wenn wir erst einmal nachhaltig wirtschaften müssen, verlieren wir an Effizienz.“

Wie falsch diese Einschätzung ist, zeigt das Beispiel des Schweizer Sanitärherstellers Geberit. Gerade wurde Geberit von 3.000 untersuchten Unternehmen zum nachhaltigsten Unternehmen der Welt gekürt. Geberit verfolgt seit 1993 kontinuierlich eine Strategie zur Ausrichtung des Unternehmens an Nachhaltigkeitskriterien. Dabei liegt das Augenmerk nicht auf oberflächlicher Effekthascherei wie zum Beispiel die Platzierung von Solaranlagen auf den Dächern der Produktionshallen, der Anlage eines Biosees oder ähnlichem. Vielmehr geht es dem Vorstand um tatsächlich gelebte Nachhaltigkeit – in allen Bereichen, also nicht nur beim Umweltschutz, sondern auch und gerade hinsichtlich der sozialen Verantwortung.

Durch ein besonders hohes Engagement für die Mitarbeiter und die Sicherung der Arbeitsplätze konnten die Effizienz der Arbeitsleistung und die Mitarbeiterbindung deutlich gesteigert werden. Jeder hier investierte Euro hat eine beachtliche Rendite abgeworfen.

Und auch die Rendite der Aktie kann sich sehen lassen. Während der Schweizer Aktienmarkt sich in den letzten zehn Jahren kaum verbessert hat, ist der Wert der Geberit Aktie um 500 % gestiegen.

Es zeigt sich: Nachhaltiges Wirtschaften rechnet sich tatsächlich für alle Beteiligten, lässt sich aber nicht von heute auf morgen realisieren. Das sollte Ansporn für viele andere Unternehmen sein, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Zumal es auch noch eine beruhigende Tatsache zu vermelden gibt: Geberit sieht sich keineswegs in der Pflicht, Nachhaltigkeit um jeden Preis zu präferieren. Da, wo Nachhaltigkeit wirtschaftlich unsinnig ist, wird darauf verzichtet – offen und ehrlich. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – wurde Geberit prämiert und darf sich eines hohen Zuspruchs sicher sein: von aktuellen und künftigen Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und allen anderen Stakeholdern.

Investoren schenken Geberit übrigens auch deshalb ihr Vertrauen, weil sie sicher sein können, dass in diesem Unternehmen alle Investitionen, die infolge etwaiger gesetzlicher Vorgaben in Sachen Nachhaltigkeit erforderlich werden könnten, bereits getätigt wurden und überraschende Ausgabe-erhöhungen nicht zu befürchten sind.

Und wie sieht es bei deutschen Unternehmen aus? Zwei schafften es in die Spitzengruppe der nachhaltigsten Unternehmen: Henkel, für die ich lange Jahre die Nachhaltigkeitskommunikation mit aufgebaut habe, und BASF.

Alle anderen laufen, entgegen den häufig geäußerten Selbsteinschätzungen, dem Markt hinterher. Agieren Sie, bevor Ihre Stakeholder reagieren – arbeiten Sie jetzt an Ihrem authentischen Nachhaltigkeitskonzept.