Glossar

CSR – Corporate Social Responsibility
Bedeutet wörtlich „Gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens“ und umfasst die genannten Aspekte Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung. Der englische Begriff wird inzwischen auch im Deutschen als Synonym für das Nachhaltigkeitsprinzip verwendet.

Nachhaltigkeit
„Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.“

Quelle: Deutscher Bundestag, 14. Wahlperiode: Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten, 12. Juni 2002.

Mit einfacheren Worten: Wo ein Baum gefällt wird, wird ein neuer gepflanzt, um den Gesamtbestand für die Zukunft zu sichern.

Ökologie
Der Berichtsteil zur Ökologie ist nach wie vor an die klassischen Umweltberichte angelehnt. In diesem Bereich wird über den Energie- und Wasserver-brauch, die Emissionen in Luft und oder Wasser, über Abfälle und Recycling berichtet. Die Herstellung eines umweltfreundlichen Produktes allein genügt an dieser Stelle nicht, um nachhaltiges Wirtschaften glaubhaft geltend zu machen. Vielmehr muss sich auch in allen Geschäftsprozessen das Bemühen um Nachhaltigkeit widerspiegeln.

Ökonomie
nimmt selbstverständlich einen wichtigen Platz in der Nachhaltigkeitskommunikation ein, da das Konzept der Nachhaltigkeit nicht im Gegensatz zum Geschäftszweck und dem Streben nach finanziellen Gewinnen steht. Die wirtschaftliche „Gesundheit“ eines Unternehmens ist Basis seines Fortbestehens und damit im Sinne aller Beteiligten. Berichtet wird u.a. über Unternehmens- und Managementstrukturen, Entwicklungen, Strategien, Planungen und die wirtschaftliche Lage.

Reporting
Meint die Berichterstattung eines Unternehmens. Der Begriff ist nicht begrenzt auf die Kommunikation von Nachhaltigkeitsaspekten, sondern gilt z.B. für die Finanzkommunikation.

Richtlinien für das Reporting
Es gibt bereits Standards, die die Grundlage für die Berichterstattung legen:
• GRI – Global Reporting Initiative: G4 Richtlinien
• AccountAbility: AA1000
Die GRI Richtlinien sind heute weit verbreitet. Beide Organisationen arbeiten mittlerweile immer stärker zusammen, so dass beide Systeme voraussichtlich in der Zukunft zusammenwachsen werden.

• DVFA Richtlinie: KPIs for ESG
(Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management, Key Performance Indicators for Environmental, Social & Governance Issues)

Die DVFA-Richtlinien bieten einen Berichtsrahmen, der geschaffen wurde, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen des normalen Geschäftsberichts zu publizieren.

Stakeholder
Gesamtheit aller Personen und Personengruppen, die ein Interesse am berichtenden Unternehmen haben. Dazu zählen u.a. Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter ebenso wie ihre Angehörigen, Lieferanten, Anwohner, Kommunen, Politiker, Medienvertreter.

Soziale Verantwortung
In diesem Themenkreis bietet es sich an, eine Unterteilung in einen internen und externen Bereich vorzunehmen: Der interne Bereich umfasst z.B. Themen wie Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, Unfallprävention, Pensionsprogramme und statistische Angaben über die Mitarbeiterstruktur.

Im externen Bereich geht es dagegen um die Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Gesellschaft. Mögliche Inhalte sind hier die Arbeitsbedingungen von MitarbeiterInnen an internationalen Standorten, z.B. in Entwicklungsländern, oder ein gesellschaftliches Engagement im unmittelbaren Umfeld des Unternehmens.

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Nachhaltigkeit: gestern und heute

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft: Bereits 1560 wurde die Grundidee der Nachhaltigkeit in der kursächsischen Forstordnung formuliert; der Begriff taucht erstmals 1713 in einer Publikation über die „nachhaltende Nutzung“ der Wälder auf.

Nach heutigem Verständnis bezieht sich Nachhaltigkeit grundsätzlich auf drei Bereiche:

• Ökonomie
• Ökologie
• soziale Verantwortung

Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens steht jedoch keinesfalls im Gegensatz zum Geschäftszweck oder dem gewinnorientierten Agieren von Unternehmen. Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck. Ganz im Gegenteil: Wer als Unternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt, also nachhaltig arbeitet, erntet nicht nur ideelles Lob und damit einen Wettbewerbsvorteil, sondern er investiert in das dauerhafte Bestehen seiner Firma. Denn Nachhaltigkeit bedeutet, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Bedürfnisse des Marktes sowie seiner Zielgruppen stets im Blick zu haben, sich so neue Bereiche zu erschließen und damit sowohl im eigenen als auch im Interesse der Gesellschaft zu handeln.

Berichterstattung: Mehr als nur ökologisch
Die ersten Nachhaltigkeitsberichte konzentrierten sich insbesondere auf den ökologischen Aspekt der Nachhaltigkeit. Daher erstellten in den Anfängen vor allem solche Unternehmen sogenannte Umweltberichte, deren Tätigkeit mit Umweltbelastungen einherging.

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich die Berichte kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei hat die Einsicht, dass Unternehmen immer auch als Teil der Gesellschaft zu verstehen sind und entsprechende Verantwortung tragen, das Umwelt-Reporting sukzessive um ökonomische und soziale Themen erweitert. Heute spricht man folglich umfassender von Nachhaltigkeitsberichten.

Um die Berichterstattung im Nachhaltigkeitsbereich zu fördern und ihre Bedeutung hervorzuheben, erstellten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und future e.V. ab 1994 die ersten Rankings für Umweltberichte. Seit 2005 gilt die Bewertung Nachhaltigkeitsberichten.